Tarifvertrag einzelhandel s-h

Mit diesen Vorbehalten scheint die Analyse der verfügbaren Daten deutlich zu zeigen, dass die Unterschiede in der Abdeckung zwischen den Unternehmen sehr groß sind. Generell ist der Erfassungsbereich in Ländern, in denen Tarifverhandlungen nur auf Unternehmensebene stattfinden, im Allgemeinen viel geringer, obwohl es auch erhebliche Unterschiede in der Abdeckung im Zusammenhang mit der Art der sektoralen und sektorübergreifenden Tarifverträge gibt – z. B. ob sie allgemein verbindlich sind oder nicht. In Österreich, Belgien, Finnland und Slowenien beträgt der Tarifvertrag im Einzelhandel 100 %, entweder weil die Unternehmen verpflichtet sind, den Arbeitgeberverbänden anzugehören, die Vereinbarungen unterzeichnen (Österreich und Slowenien) oder sektorale Tarifverträge allgemein verbindlich sind (Belgien und Finnland). In Spanien ist die Situation ähnlich (90 % Deckung), da es zwei nationale Tarifverträge gibt, die – wenn auch nur formell – praktisch alle Einzelhandelsbeschäftigten abdecken. In Ländern wie Dänemark, Deutschland und Schweden ist die Abdeckung “zwischengeschaltet” und hängt im Wesentlichen davon ab, ob das Unternehmen einer Arbeitgeberorganisation angehört und/oder der Arbeitnehmer Gewerkschaftsmitglied ist. In Deutschland ist der Erfassungsgrad im Westen viel höher (67%) als im Osten (41%). In Ländern, in denen Die Unternehmensvereinbarungen vorherrschen, ist der Erfassungsgrad gering, z. B.

in Ungarn (20 %). oder Lettland (nur 19 Abkommen) – oder praktisch nicht vorhanden (wie in Zypern und Malta). Dasselbe gilt für das Vereinigte Königreich, wo in einer aktuellen Studie im Jahr 2002 nur 23 Tarifverträge auf Unternehmensebene für den gesamten Einzelhandel, den Vertrieb, die Reparatur sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe ermittelt wurden. Der europäische soziale Dialog im Einzelhandel ist teils im größeren Bereich des Handels, zu dem auch der Kraftfahrzeughandel und der Großhandel gehören. Sie stammt aus der Mitte der 80er Jahre (EU9807115F) und findet derzeit im Rahmen eines von der Europäischen Kommission anerkannten Ausschusses für den sektoralen sozialen Dialog statt. Die Sozialpartner auf europäischer Ebene sind EuroCommerce auf Arbeitgeberseite und UNI-Europa Commerce (die regionale Handelsabteilung von Union Network International) auf der Gewerkschaftsseite. In den westeuropäischen Ländern sind die meisten der in Tabelle 8 genannten Arbeitgeberorganisationen im Einzelhandel Vollmitglieder von EuroCommerce, während die Arbeitgeberorganisationen in den mittel- und osteuropäischen Ländern derzeit noch als “verbundene” Mitglieder aufgeführt sind. Im allgemeinen sind die meisten westeuropäischen Einzelhandelsgewerkschaften, die in Tabelle 7 aufgeführt sind, dem UNI-Europa-Handel angeschlossen, während noch Verbindungen zu einigen von denen in Mittel- und Osteuropa aufgebaut werden.